Freibad Schröttinghausen

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Pferdebremsen ohne Chance

Freibad Schröttinghausen - Der Förderverein hat eine Bremsenfalle in der Nähe des Schwimmbeckens aufgebaut. Tiere werden von Gummiball angelockt – und ertrinken.

Chemiefrei: Andrea und Gisbert Schlüter freuen sich mit Birgit Düker (r.) über die Bremsenfalle, weil Badegäste nun nicht mehr von den Plagegeistern gestochen werden. Im Behälter befindet sich Seifenwasser. FotoS: Oliver Krato

Können nicht schwimmen: Wenn die Tierchen im Wasserbehälter landen ist es zu spät. Einige hat es schon erwischt.

Von Sylvia Tetmeyer
Schröttinghausen. Ein neuer Blickfang zieht nun die Blicke der Freibadbesucher auf sich. Inmitten von Sträuchern hängt an einer Stange, die fest in der Erde  verankert ist, ein großer, schwarzer Gummiball. Darüber befindet sich eine  Art  Schirm. Was der Betrachter erst bei näherem Hinsehen entdeckt: An der Spitze ist ein Behälter mit einer Flüssigkeit angebracht.
Einige Blutsauger sind bereits in die Bremsenfalle geflogen.
Birgit Düker hatte die Idee. „Als  Bademeister badet man quasi in Autan“, berichtet die Schwimmmeisterin. Wenn sie sich nicht täglich mehrmals mit Insektenschutzmitteln  einreiben würde, wäre sie abends zerstochen. Auch Badegästen würden die blutsaugenden Zweiflügler an warmen Tagen zusetzen. „Wir haben die Falle am  Montag aufgestellt. Seitdem hatte ich keinen einzigen Stich“, freut sich die „Badmutter“  –  wie sie von Gästen liebevoll genannt wird.
Zu den Stammgästen gehören auch Andrea und Gisbert Schlüter. Das Ehepaar führt in Jöllenbeck eine Dachdeckerei, ist seit vielen Jahren Vereinsmitglied  und  erklärte sich spontan dazu bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Der Handwerksbetrieb übernahm die Kosten der Bremsenfalle und installierte die Vorrichtung. „Ich habe in diesem  Freibad schwimmen gelernt. Als ich neun Jahre alt war, habe ich meinen Frei- und Fahrtenschwimmer gemacht“, erzählt Andrea Schlüter. Die gebürtige Schröttinghausenerin verbindet eine ganz besondere Beziehung zum Bad. „Bremsen reagieren auf warme Gegenstände. Deshalb werden sie vom dunklen Ball, der sich in der Sonne aufheizt, angezogen,“ erklärt Düker. Wenn sie merken würden, dass es sich nicht um ein  vermeintliches Opfer handele, sei es bereits zu spät. Wegen ihrer mangelnden  Flugtechnik könnten sie nur nach oben wegfliegen. Dort landen sie dann wegen des Schirms direkt im Auffangbehälter – und ertrinken dann im Seifenwasser.
Die Schwimmmeisterin hat gehört, dass das Schröttinghauser Freibad das Erste in Bielefeld ist, das die Falle aufgestellt hat. „Auf Pferdeweiden habe ich die neuen Bremsenfallen schon gesehen. Eine davon deckt etwa 10.000 Quadratmeter ab. Weitere Einsatzorte seien Golfplätze sowie Longier- und Reitplätze. „Es dauert meistens ein bis zwei Jahre. Dann hat man die Brut vernichtet“, sagt Düker. Sie räumt ein, dass sie am Anfang auch Bedenken hatte. „Es ist ja nicht so gut, wenn man heutzutage Insekten vernichtet. Ich habe aber beobachtet, dass die Vögel sowieso keine Bremsen fressen.“

Helmut Althoff berichtet, dass der Förderverein seit Saisonstart 400 neue Mitglieder bekommen hat. Insgesamt liegt die Zahl nun bei 3.300. 2016 war mit über 36.500 Besuchern die beste Freibadsaison in der Vereinsgeschichte.

Im vergangenen Jahr wurde der Umkleidebereich erneuert, jetzt sind die Böschungendran.
(syl)

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